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Ich habe einige N├Ąchte schlecht geschlafen und komme einfach nicht dahinter, warum.
Im Grunde sind wir eine tolle kleine Familie ­čŬ mit einem wirklich guten Leben. Das ist etwas, was ich nach den vielen Strapazen durch meinen schweren Morbus Crohn besonders zu sch├Ątzen wei├č.
Damals – nach pl├Âtzlichem Ausbruch der Erkrankung – war ich in einen Strudel von Sorgen, Kummer, Obdachlosigkeit und sozialen Abstieg geraten. W├Ąhrend ich im k├╝nstlichen Koma lag, verlor ich meine Wohnung, meinen Job und meine Fitness.

Ihr glaubt gar nicht, wie mich das gepr├Ągt hat. Damals war ich gerade mal 30 Jahre alt und hatte mein Leben eigentlich noch vor mir.
In einigen Beitr├Ągen habe ich den schweren Schicksalsschlag begonnen, zu verarbeiten.
Doch jetzt geht es uns gut. Meine Eltern haben mich damals aus dem Sumpf gezogen. Sp├Ąter lernte ich meinen Lebenspartner kennen, der mich hielt und st├╝tzte. Wir haben eine kleine Tochter bekommen und wohnen heute in einer tollen Gegend.

Jedoch die schweren Zeiten gehen nicht spurlos an einem vorbei.

Es war eine regelrechte G├Ąngelei von Jobcenter, Krankenkasse, Rentenversicherung und Vermietern auch w├Ąhrend meines langwierigen Genesungsprozesses.
Nat├╝rlich ging es darum, mich wieder salonf├Ąhig zu machen, arbeits- und gesellschaftsf├Ąhig. In so einer Prozedur ├╝ber mehrere Jahre gefangen zu sein, gibt dir einen anderen Blick auf das Land und seine M├Âglichkeiten.
Du staunst, wie du vorher funktioniert hast bis zum Umfallen, wie schnell du absteigen kannst in diesem System und wie wenig echte Hilfe du hast, um wieder auf die Beine zu kommen. Es gibt nur Sanktionen und Druck, Begutachtungen und Antr├Ąge, Wiedereingliederungsma├čnahmen und Chancenlosigkeit.

Die Zeit war sehr hart und kaum seelisch auszuhalten.

Pl├Âtzlich merkst du, in welchem Hamsterrad du dich bewegst und willst eigentlich nur noch weg. Ganz weit weg.
Diese ├Ąu├čere Fremdbestimmung hat mich sehr gepr├Ągt. Ich bin schon immer sehr nach Autonomie bestrebt, jedoch dass war wie ein Korsett um dein neues Leben, es nimmt die Luft zum Atmen und die Kraft zum Denken.
Die gro├če Frage f├╝r mich war und ist seitdem, was wir als Menschen wert sind. Ohne Geld leider nichts.
Keiner von uns darf ohne Geld ├╝ber sich selbst entscheiden. Niemand. Das macht Angst.
Wir haben keine Selbstbestimmung, in keinem Teil unseres Lebens. Schon gar nicht ohne Geld.

Was genau ist die Menschenw├╝rde, von der alle reden? Wo wurzelt sie und wie definiert sie sich?

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